Es war einmal in einem weit entfernten Land. Dort herrschten zwölf Könige. Alle Menschen waren mit dem zufrieden, was das Volk und die Natur an Reichtum täglich bescherte.

Jedes Reich verfügte über seine eigenen, einzigartigen Schätze. Der Norden über edles Gestein, welches in harter Arbeit aus den dunklen Minen ans Tageslicht gefördert wurde. Die Bauern im Süden ernteten fruchtbare Nahrungsmittel wie exotisches Obst und köstliches Gemüse. Im Westen lebten die Jäger des Waldes von erbeuteten Tieren und gerbten für Kleidungsstücke Pelze. Der Osten lebte vom Handel mit außergewöhnlichen Getränken wie erlesenem Wein, prickelndem Met und feinsten Spirituosen.

Es war eine frohgemute Zeit, denn niemand musste Not oder Hunger leiden. Die Menschen feierten ausgelassene Feste, lebten friedvoll im Handel nebeneinander und vertrauten ihren Herrschern.

Jedoch … auf Sonnenschein folgen manchmal dunkle Wolken

Vier der zwölf Könige wurden von einem dunklen Gefühl heimgesucht. Es umklammerte ihr Herz wie ein böser Schatten und ließ sie nicht mehr los: es war die Gier, die sich düster über ihre Seele gelegt hatte. Sie wollten mehr!

Ihr Land war zu klein, ihre prall gefüllten Schatzkammern zu winzig. Die hölzernen Throne nicht mehr edel genug, sie mussten protzigen Goldsesseln weichen. Die unersättliche Sucht nach mehr Besitz übermannte die vier Könige und sie bildeten eine unheilige Allianz, ein Bündnis mit dem finsteren Plan, die anderen Reiche zu unterwerfen. Die vier Könige schufen, unbemerkt von den anderen Fürsten, eine mächtige Streitmacht – sowohl zu Wasser als auch zu Land – und statteten ihre Soldaten mit mächtigen Waffen und diabolischem Kriegsgerät aus.

Allianz des Bösen

Bald darauf überschritten die Streitmächte der vier Könige die Grenzen der anderen Reiche und überzogen die Länder aus allen Himmelsrichtungen mit Krieg, Verwüstung und unsäglichem Leid. Stadt für Stadt, Dorf für Dorf, Stein für Stein wurde von der „Allianz des Bösen“, wie man den Pakt der vier Könige hinter vorgehaltener Hand nannte, erobert.

Keiner der acht friedvollen Könige konnte sich erwehren. Sie verfügten zwar über ein kleines Aufgebot an Soldaten, diese waren jedoch nur für den Kampf mit Piraten oder Schurken ausgestattet; stellten somit also keine ernsthafte Bedrohung für die Streitmacht der vier Könige dar.

Die „Allianz des Bösen“ unterwarf immer mehr Menschen und regierte ohne Gnade. In ihrem Wahn überrollten die vier Könige alles und jeden, der ihnen im Weg stand. Dabei nahmen sie keine Rücksicht auf Mensch, Tier und Natur. Selbst Wälder mit friedlichen Tieren mussten einem unbarmherzigen Feuersturm brennender Pfeile weichen. Alles wurde niedergewalzt, zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Jedes Hindernis – war es noch so klein – wurde von ihrer Horde finsterer Krieger hinweggefegt.

Inzwischen hatten die vier Fürsten jegliches Maß an Respekt oder Würde für das Leben anderer aufgrund ihrer zügellosen Gier verloren. Längst ging es nicht mehr allein um Schätze oder Ländereien; vielmehr ging es um das unstillbare Verlangen nach Einfluss und Macht. Ihr unbarmherziger Krieg und dessen Zerstörung war längst zu einem „Krieg der verbrannten Erde“ geworden.

In ihrer Not hatte sich eine kleine Schar von Dorfbewohnern in einen dichten Wald zurückgezogen, um dort nach Schutz vor den Kriegern der abscheulichen Allianz zu suchen. Eingekreist und weinend baten die Menschen um die Hilfe der alten Götter. Längst vergessene Götter, jedoch tief im Glauben der betagteren Menschen verwurzelt. Die Götter erhörten ihre Gebete. Blitze zerteilten gleißend den Himmel und aus ihnen hervor entsprang eine gigantische Streitmacht aus Engelskriegern.

Angriff der Engelskrieger

Die legendären Himmelskrieger brachen wie ein tosendes Unwetter über die „Allianz des Bösen“ und deren scheinbar unbesiegbare Streitmacht. Ihre gigantischen Zweihänder durchpflügten die Reihen des Feindes und brachten Gerechtigkeit für die Schmach unschuldiger Opfer. Unaufhaltsam trieben die Engelskrieger die verfeindete Armee zurück, immer weiter, bis an die Grenzen der von ihnen zerstörten Länder. Dort, in einem göttlichen Akt des Himmels, wurden die vier verhassten Könige und deren dunkles Heer in einem gleißenden Blitz vom Erdboden getilgt und ins Reich der Unterwelt verbannt.

Nie mehr Ungerechtigkeit und Verderben!

Nie wieder sollte ein solches Unheil über die Menschen der Länder darnieder brechen. Das gesamte Reich wurde in kleinere Ländereien aufgeteilt. Dort wurden Stammesfürsten von ihrem Volk gewählt, die gerecht und weise über jene Gemeinschaft regierten. Kein König wurde aufgrund seines Geburtsrechts zum König ernannt, sondern weil seine Taten ihn – oder sie – zu einem wahren Herrscher bestimmten.

Zur Huldigung der alten Götter und deren Engelskrieger erbauten die Menschen eine prächtige Stadt inmitten jenes Waldes, der ihnen wertvollen Schutz geboten hatte. Diese Stadt, dessen Türme jeder Reisende schon von weitem erkennen konnte, erhielt einen denkwürdigen Namen: ANGELWOOD. Dort sollte jedes Lebewesen, ob Mensch oder Tier, jederzeit Zuflucht und Geborgenheit finden.

Der König von ANGELWOOD – der Herrscher über alle Ländereien – wird von den Göttern alle sieben Jahre in einer Zeremonie erkoren.

Künstler und Handwerker erschufen einen gigantischen, aus Stein gemeißelten, göttlichen Kompass mit jenen Werten, die für alle Lebewesen als Sinnbild für Gerechtigkeit zählen sollen:

Liebe. Glaube. Kraft. Respekt. Mut. Stolz. Ehre. Treue.

Nur der- oder diejenige, die diese Werte zum Schutze des Lebens – sowohl für Mensch als auch für alle anderen Lebewesen – verkörpern, haben das Recht als König von ANGELWOOD zu herrschen.

Viele Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Es wurden neue Bündnisse geschmiedet, neue Intrigen gesponnen, neue Kriege geführt, neue Helden geboren, neue Geschichten erzählt.

Dein Weg. Du entscheidest!

Gut oder Böse. Krieg oder Frieden. Liebe oder Hass. Schwarz oder Weiß. Leben oder Tod. Glück oder Pech. Ich oder Wir. Wofür Du Dich auch immer entscheidest, bedenke: es gibt immer zwei Wege. Beschreiten wir auch einmal den falschen Weg, gibt es stets einen Wegweiser zum richtigen Pfad.

ANGELWOOD HYMNE. THE POWER OF FIRE.

Artist: Black Rhomb