Serenity war die erste, die an diesem sonnigen Tag auf den Beinen war. Sobald die ersten Sonnenstrahlen an ihrer süßen Nase kitzelten, sprang sie beherzt aus den Federn, um nach einer kurzen Morgenwäsche und dem Kämmen ihres herrlichen Haarschopfes gen Küche zu hüpfen.

Dort verspeiste sie einen halben Dutzend Pfannkuchen mit leckerem Ahornsirup, drei gewendete Spiegeleier, einen Liter kalter Milch angerührt mit delikatem Schokopulver, ein halbes Brot mit frischer Butter und Erdbeermarmelade und krönte das Ganze mit einem mächtigen Glas frisch gepressten Orangensaft. Wie sagte ihr Vater immer: „Ein Heldenfrühstück gilt auch für Prinzessinnen und bildet jegliche Grundlage für einen exquisiten Start in einen glücklichen Tag.“

Wenn sich nur alle Männer an dieses Motto halten würden, wir hätten erheblich weniger Probleme mit schwachen Prinzen im Lande, dachte sich die Prinzessin, während sie sich wohlgestärkt auf den Weg zu ihrem Vater machte, um ihn dann zum mächtigen Saal des Kompasses zu begleiten.

Sie selbst kannte diesen heiligen Ort nicht und durfte ihn bis heute nicht betreten. Er wurde streng von der Engelsgarde bewacht. Es war sehr aufregend. Sie murmelte leise eine kleine Rede vor sich hin, die sie die letzten Tage für ihren Vater vorbereitet hatte, während sie nervös an dem kleinen Päckchen in der Größe eines Hutkartons, welches sie am Abend zuvor sorgsam in buntes Geschenkpapier eingewickelt hatte, herum zupfte. Eine schöne Rede und ein wunderbares Geschenk für ihren Vater, denn das hatte er nach all den Jahren redlich verdient.

Ihr Vater wartete bereits im Palastgang auf sie, der in schwerem Marmor gepflastert zum Kompasssaal führte. An den Wänden zum Saal hingen Gemälde in goldenen Rahmen, die die ehrwürdigen Könige und Königinnen der letzten Regentschaften zeigten. Schon bald würde hier ein Bild ihres Vaters einen Platz finden.

„Beeindruckend, nicht wahr?“, raunte Vyncent seiner murmelnden Tochter zu, während sie langsam zum Saaleingang schlenderten.

„Ja wahrlich, Paps.“, staunte die Prinzessin mit weit geöffneten Augen. „Kennst Du einige von ihnen?“

„Nein, nur zwei meiner Vorgänger. Die anderen sind bereits verstorben oder haben sich zurückgezogen. Einen von ihnen kennst Du sogar, ein sehr netter Kerl.“

Serenity überlegte kurz und hielt mit dem Murmeln ihres Textes inne. „Hhmmm … wer könnte das sein … Du hast ja einige nette Kerle als Freunde. Onkel Norrgeth ist es nicht, der hat seine Burg im Norden und genug mit seinen beiden Kindern um die Ohren. Der würde auch gar nicht König über das gesamte Reich sein wollen.“

„Da hast Du wohl recht, mein Kind. Er sorgt sich mehr um die Schärfe seiner Klingen und seiner Worte, als um den Thron.“ Vyncent lachte. „Bevor Du weiterraten musst, erlöse ich Dich. Es war Hammond, der inzwischen als General mit seinen Wölfen in der Festung Lanwy für Recht und Ordnung zwischen Handlungsreisenden und besoffenen Soldaten sorgt.“

„Onkel Hammond? Er war mal König von Angelwood?! Das hat er mir nie erzählt.“

General Hammond war eigentlich nicht wirklich der Onkel der Prinzessin. Nur fand es Serenity sehr viel hübscher jeden mit Onkel oder Tante zu titulieren, wenn sie den- oder diejenige sympathisch oder für außerordentlich „cool“ befand – sei es durch Taten, Benehmen oder stilvolles Auftreten.

„Du kennst ihn doch … immer ruhig und gelassen und nur erzählen, wenn er konkret darauf angesprochen wird. Er ist kein Mann der großen Worte.“ Vyncent deutete auf ein Bild. „Da ist er auch schon. Der arme Kerl hatte sich die wohl schlechteste Dekade eines Königs ausgesucht. Obwohl man ja nicht wirklich von ‚Aussuchen‘ sprechen kann.“

Sie kannte die Galerie der Könige vom Hörensagen, hatte aber noch keinen Blick darauf werfen können. Der Zutritt zum langen Gang, der zum göttlichen Kompass führte, war nur wenigen Auserwählten gestattet. Vyncent machte heute eine Ausnahme, da seine Tochter größtes Vertrauen in den Kreisen der königlichen Garde genoss. Natürlich kannte man die Könige der vergangenen Dekaden vom Namen, aber mehrere Jahrzehnte waren eine lange Zeit, in der man die Namen der vorangegangenen Monarchen, geschweige denn deren Gesichter, schon einmal leicht vergessen konnte. Dies erwies sich manchmal auch als bessere Denkweise, kannte man einige Könige und deren Taten.

Der Kompass entschied zwar darüber, wer als neuer König über alle anderen Könige regieren durfte, die letztendliche Entscheidung, wie der König oder die Königin später handelten, trafen die Auserwählten selbst. So konnte es passieren, dass der gewählte Monarch mit harter Hand und selbstsüchtigen Zielen das Volk erniedrigte und ausbluten ließ. Nicht immer schaffte es ein König seine Regentschaft schmerzfrei zu überstehen. Der Kompass musste in solchen Fällen um Hilfe gebeten werden, um den ungerechten König abwählen oder sogar bestrafen zu können. Hierbei trat die Engelsgarde in Erscheinung, deren Männer dafür sorgten, dass dem ungerechten Monarchen eine gerechte Strafe zuteil kam. Um die Monarchen bei ihrem Gang zum Saal des Kompasses an jenes Unrecht zu erinnern, befanden sich die Portraits der bösen Könige in pechschwarzen Rahmen.

„Was ist denn damals passiert? Hat Onkel Hammond etwas falsch gemacht?“ Serenity begutachtete das Bild des einstmals stolzen Königs in seiner strahlend-glänzenden Einfassung. Der Name war gut leserlich auf einem kleinen Goldschild unterhalb des Portraits angebracht.

„Nein, meine Tochter.“ Vyncent wirkte ernster als sonst. „Er hat nichts falsch gemacht. Er wurde nur als Nachfolger eines wirklich bösen Monarchen gewählt und musste zunächst Krieg führen, um die Ordnung im Land wieder herstellen zu können.“

Er fasste seine Tochter sanft am Arm, um sie weiter zum Saal zu führen. „Deshalb ist er wohl inzwischen auch General, denn er hat sehr viel Erfahrung im Kampf gewonnen. Leider aber auch viele seiner Getreuen in der Schlacht verloren. Ich wünschte, er würde noch einmal die Chance zur Wahl erhalten. Jedoch dann wie jetzt in Friedenszeiten – ohne Krieg und Verlust.“

Serenity seufzte. „Wer weiß, Paps. Vielleicht erhält er ja noch mal die Möglichkeit oder wird der Gemahl einer Königin. Du sagst ja selbst immer, man weiß nie, wohin das Rad des Schicksals einen Menschen führt. Lass dich führen, auch wenn der Weg das eine oder andere Mal zu beschwerlich erscheinen mag.“

„Was bist Du doch schlau. Wie der Vater, so die Tochter.“ Lächelte der König und deutete auf das Paket unter ihrem Arm. „Was hast Du da eigentlich? Ist das etwa für mich?“

„Ja, das gibt es aber erst später.“ Serenity lief rückwärts vor ihrem Vater und warf vergnügt das bunt verpackte Geschenk in die Luft. „Wie immer, viel zu neugierig und das in Deinem Alter. Schäm Dich, Paps. Kommst sowieso nicht drauf, was ich für Dich habe.“

„Nun bin ich aber gespannt. Es wird wohl das mit Abstand schönste Geschenk sein, welches ich heute erhalte.“

„Natürlich, was denkst Du denn.“

Inzwischen erreichten Sie eine riesige mit Goldornamenten und einer Prägung des edlen Wappens von Angelwood eingefasste Doppeltür, vor der zwei Soldaten der Engelsgarde in prächtiger Rüstung Wache hielten.

„Hallo Jungs!“, rief Serenity fröhlich. Sie kannte alle Gardisten persönlich. Die Soldaten liebten die Prinzessin für ihre ausgelassene und dennoch nachdenkliche Art. Sie war zu jedermann höflich, hatte Manieren und betrachtete das Leben und die Welt als Reichtum mit all ihren Farben und Facetten.

„Seid gegrüßt, schöne Prinzessin.“, riefen die Gardisten fast gleichzeitig. „Schön Euch heute hier zu sehen.“ Einer der beiden beugte sich zur Prinzessin mit vorgehaltener Hand und sprach mit gesenkter Stimme. „Ihr seht heute wieder entzückend aus. Ich hoffe doch, dass Ihr uns noch ein paar Jahre erhalten bleibt.“

Serenity errötete leicht. „Ach hört doch auf … ich kann Euch doch auch so besuchen kommen.“ Sie deutete kurz hinter sich. „Außer Paps kauft sich ein Segelboot und wir schippern herum. Dann bin ich zeitlich etwas eingeschränkt.“

„Segelboot? Das wird wahrscheinlich eher ein Drei-Master.“, lachte der zweite Gardist.

König Vyncent räusperte sich kurz, um den Männern klar zu machen, warum sie eigentlich hier waren. „Ich löse ja nur ungern den zarten Schiffsknoten eures Seemanngarns, aber können wir?“ Er deutete auf die Tür.

„Verzeiht, mein König. Natürlich!“ Sofort standen die beiden Gardisten stramm und nahmen Haltung, um vor dem König zu salutieren. Danach öffneten sie die Doppeltüren und gewährten Einlass in den legendären Saal des göttlichen Kompasses.

Serenity und ihr Vater betraten einen kreisförmigen Saal. Die Prinzessin konnte kaum fassen, welch unfassbare Schönheit sich ihr offenbarte. Sanft sickerte Sonnenlicht durch die gläserne Kuppel, die durch mächtige Marmorsäulen, die grazile Ornamente und uralte Schriftzeichen zeigten, gestützt wurde. An den sanft funkelnden Wänden pulsierte der Schein der Fackeln, die in gusseisernen Metallfassungen an den Säulen befestigt waren. Feinste Verzierungen in glänzendem Gold zogen ihre Bahn, um sich direkt über der einzigen Tür, durch die Gäste in den Saal gelangten, zu einem Wort zu vereinigen: ANGELWOOD.

Die prächtigen Schriftsymbole waren vor vielen Dekaden beim Bau des Saales kunstvoll in den Marmor gemeißelt und mit feinstem Edelmetall verziert worden, um den erhabenen Göttern zu huldigen.

Drei Stufen führten hinab in die Mitte des Saales, in der ein riesiger Kompass auf einem majestätischen Sockel ruhte. Um den Kompass herum standen in regelmäßigem Abstand acht prächtige Thronsessel. Eine blau schimmernde Lichtsäule strahlte aus der Mitte des Kompasses hinauf in die Spitze der Kuppel, um sich dort wie ein Stern zu teilen.

Das blaue Farbspiel des Feuers funkelte in Serenitys Augen. Sie berührte das Goldornament des Kompasses und strich über das verschlungene Metall. Zeitgleich schien die Lichtsäule, die inmitten aus einer Metallblume, die im Kompass lag, in die Höhe schoss, etwas heller zu brennen.

Der König trat neben seine Tochter und deutete auf den mächtigen Kompass. „Du fragst Dich sicherlich, warum damals ein Kompass zur Wahl des Königs von Angelwood gewählt wurde? Nun … ein Kompass ist mehr als nur ein simpler Gegenstand, der uns eine Richtung weist. Er dient uns als Wegweiser, wenn wir den Weg verloren haben. Er führt uns selbst in größtem Sturm zu unserem Ziel und zurück in unsere Heimat, zurück zu unserer Familie sowie unseren Liebsten.“

Serenitys Augen glänzten vor Ehrfurcht. „Er ist wunderschön.“

„Ja, das ist er und noch viel mehr. Denke immer daran, mein Kind. Tief in unserem Herzen tragen wir einen unsichtbaren Kompass, der unseren Lebensweg bestimmt. Er dient als Gewissen und gleichzeitig als weiser Freund, wenn wir das eine oder andere Mal vom Weg abkommen und eine falsche Richtung eingeschlagen haben.“

Die in Goldlettern gemeißelten Worte, die die verschiedenen Werte der Menschen symbolisierten, schimmerten gülden im Kreis.

Serenity schritt langsam um den Kompass herum, um die Worte, die im Kompass verewigt waren, andächtig zu flüstern: „Liebe … Glaube … Kraft … Respekt … Mut … Stolz … Ehre … Treue …“

Sie kannte diese Werte, seitdem sie laufen konnte. Ihr Vater sprach so oft davon, dass erst diese Werte einen Menschen zu einem aufrechten Menschen werden lassen. Bündelte man diese Werte, so konnte ein König hinsichtlich jeder Entscheidung weise regieren. Manchmal hatte Serenity auch weggehört, denn als junges Mädchen hatte man andere Dinge im Kopf als moralischen Verpflichtungen am Hofe nachzugehen. Jedoch verstand sie nun, warum ihr Vater als König sehr viel Last auf seinen Schultern trug.

Ihr Vater deutete auf den mächtigen Stern innerhalb des Kompasses, dessen Spitzen sanft geschwungenen auf die einzelnen Werte deuteten.

„Wir alle können die Richtung wechseln, wir können einen anderen Weg einschlagen und das Schlechte hinter uns lassen, es liegt an uns. Genau wie die Nadel des Kompasses uns den sicheren Weg nach Hause zeigt, kann uns unsere Seele und unsere Moral jederzeit den richtigen Pfad des Herzens weisen. Es ist nie zu spät, einen besseren Kurs zu setzen.“

„Was aber Vater, haben die Himmelsrichtungen, die für einen Kompass gelten mit Werten zu tun?“

„Nord, Süd, West oder Ost, all diese Himmelsrichtungen dienen als Anhaltspunkt für sicheres Geleit durch unwegsames Gebiet. Genauso verhält es sich auch mit unseren Werten und Moralvorstellungen. Schwinden die Werte, schwindet ebenso die Orientierung und die Menschen wissen nicht mehr, welche Richtung sie einschlagen sollen. Träume verblassen und jeder dreht sich im Kreis – bis alles im totalen Chaos endet. Ein König und eine Königin müssen, egal, wie stürmisch die Zeiten auch sein mögen, zu jedem Lebewesen stehen und es beschützen. Unsere Aufgabe als König ist es, den Weg aufzuzeigen, gerechten Beistand zu leisten und Orientierung zu schenken.“

Serenity lauschte andächtig den Worten ihres Vaters. „Eine gewaltige Aufgabe, die ein König erfüllen muss … und all das hast Du so lange mit so unermesslicher Geduld ertragen.“ Sie umarmte ihren Vater und drückte ihn so fest an sich, wie sie es noch nie getan hatte. „Ich bin stolz auf Dich, Paps. Wir sollten Dir einen Vier-Master besorgen, den hast Du verdient!“

Vyncent lächelte und schloss die Augen. „Danke, mein Schatz. Ich werde immer bei Dir sein und Dir, falls Du eines Tages Königin werden solltest, mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

„Das weiß ich, Vater. Das weiß ich …“

„Übrigens: Warum nicht gleich einen Sechs-Master mit gigantischen Kanonen? Dann kann ich auf meine alten Tage Piraten jagen!“

„Wir fragen einfach Raphael, vielleicht kann er uns ja beim Bau behilflich sein.“

„Ausgezeichneter Vorschlag … dann legt er endlich mal sein Schwert zur Seite und kommt auf andere Ideen.“ Vyncent schmunzelte. „Was genau hast Du denn da nun eigentlich für mich?“ Er deutete auf das kleine Paket, welches Serenity immer noch in der Hand hielt.

„Du bist einfach viel zu neugierig.“ Sie hob das Präsent mit beiden Händen direkt vor die Nase ihres Vaters. „Aber bitte sehr … nicht das Du vor lauter Neugier Schnappatmung bekommst.“

Er setzte sich auf die Treppe und legte das Geschenk behutsam auf seinen Schoß. Langsam löste er den Knoten des rosafarbenen Bandes. Serenity wippte aufgeregt hin und her, während er das Papier entfernte, um anschließend den Deckel eines braunen Pappkartons hochzuheben. „Was ist das denn?“ Zunächst erkannte man nur sehr viel Holzwolle, die zum Schutz hineingelegt worden war. Dann hob der König langsam ein riesiges, grün-schimmerndes Ei mit goldener Maserung in die Höhe.

„Ein äußerst großes Ei …“ Vyncent zeigte sich überrascht. „Wo hast Du das denn her?“

„Letzte Woche am Markt von einem Händler aus dem Süden erstanden. Er meinte, es mache sich bestimmt sehr gut in Deiner Vitrine, in der Du ja alles Mögliche sammelst. Sieh nur, es leuchtet ganz von allein!“

Der König schüttelte das Kleinod bedächtig am Ohr. „Und da kommt bestimmt kein Baby mehr herausgeschlüpft? Nicht, das mir nachher ein gefräßiger Schlumpenlump entgegen hüpft oder ich von einem gigantischen Lindwurm abgefackelt werde!“

Seine Tochter gluckste belustigt. „Nicht doch, Paps. Der Händler sagte mir, er hat es bei einer Reise am Rande eines Waldweges gefunden. Und das war vor einigen Wochen. Wie Du siehst hat sich nichts gerührt. In eine Bratpfanne würde ich es jedoch nicht mehr schlagen.“

„Ich danke Dir, mein süßer Schmetterling.“ Vyncent nahm seine Tochter liebevoll in den Arm und drückte sie fest an sich.

„Moment … ich habe ja noch etwas für Dich!“ Serenity löste sich aus der Umarmung und räusperte sich leicht. Ihre Wangen leuchteten, während sie sich hoch erhoben vor ihren Vater stellte.

„Lieber Papa,

keiner kennt uns, keiner kann verstehen, wie wir uns fühlen. Keiner sieht in unser Innerstes und erahnt unsere große Trauer. Als Mama nicht mehr Heim kam und Du in einem See voll Tränen fast ertrunken bist, hast Du trotzdem die Kraft gefunden, für mich, Deine kleine Tochter, da zu sein.

Du bist mein Gefühlsuniversum. Du bist mein Halt in schweren Zeiten. Du bist und wirst es immer sein: mein Paps, mein liebstes Vatilein. Wir sind Traumtänzer, Seelenstreichler, Wolkenmaler, Glückskuschler. Wir sind eine Familie und beschützen uns, egal, was kommen mag.

Ich liebe Dich, Vater und lass Dich nie im Stich. Nun halt Dich fest, ich drücke Dich!“

Mit einem riesigen Sprung hüpfte die Prinzessin dem überraschten König in die Arme. Beide schluchzten aus tiefstem Herzen und hielten sich dabei so fest sie nur konnten. „Ich liebe Dich, Tochter. Danke, dass Du immer für mich da bist.“ Vyncent blickte seiner Tochter in die tränenverschleierten Augen. „Mama wäre sehr stolz auf Dich.“

Er wischte ihr die Tränen sanft aus den Augenwinkeln und geleitete sie zurück zur Tür. „Nun komm, mein schöner Schmetterling. Wir müssen nun unsere Gäste willkommen heißen. Morgen findet die Wahl statt. Du weißt ja selbst, da kann ich Dich leider nicht mitnehmen.“

Sie schritten zurück, um im kolossalen Königssaal von Angelwood die Könige der Länder zu begrüßen.