Es war einmal ein Wolf,
sein Name der war Rolf.
Der Rolf, der hat es satt,
er kriegt fast nie Rabatt.

Denn jeder der ihn sieht,
vor Furcht zuerst er flieht.
Dabei ist Rolf ein Netter,
viel netter als sein Vetter.

Sein Vetter, der frisst alles,
auch manchmal etwas Dralles.
Das letzte Mal ein Rotgewand,
er lecker es im Walde fand.

Der Rolf, er kommt ins Grübeln,
denkt nach sogar beim Bügeln.
Tagaus, tagein, sinniert er tief,
ich bin doch nett, was läuft da schief.

Er trabt zu seinem Freund, dem Schaf,
der Rüdiger, der grast ganz brav.
Hey Rüdiger, was kann ich machen,
möcht’ gute Laune gern entfachen.

Doch laufen alle mit Geschrei,
als säh’ ich aus wie weiß der Hai.
Ich bin doch nur der Isegrim,
bin total lieb und gar nicht schlimm.

Das Schaf rückt nah an Rolf heran,
und flüstert leis’: ich bin dein Mann.
Für Fragen rund um Heiterkeit,
guck mich nur an, stets ich bereit.

Komm’ morgen nochmal kurz vorbei,
ich hab’ seit gestern ‘nen Verleih.
Ich biete für sehr wenig Geld,
genau das Outfit, was gefällt.

Am nächsten Tag der Wolf geschwind,
das Wort des Schafs beim Worte nimmt.
Das Schaf dem Wolf aus erster Hand,
es reicht ihm flugs ein Schafsgewand.

Der Wolf, verblüfft und ganz erstaunt,
dem Schafe sanft ins Ohre raunt:
Oh, das ist hübsch, sogar in Weiß,
das Beste dran ist wohl der Preis.

Der Rolf er schlüpft ins neue Kleid,
er läuft herum und niemand schreit.
Hach endlich, freut sich Rolf, der Wolf,
und kauft am nächsten Tag ‘nen Golf.

Nun kann er brettern durch den Wald,
die Hupe laut durch’s Dickicht hallt.
Er warnt die Unschuld vor dem Vetter,
dank Schafspelz er nun ist noch netter.

Und die Moral von meinem Reim,
ob Wolf, ob Schaf, ob wildes Schwein,
das Äußere nicht immer stimmt,
der Wolf dir oftmals gut gesinnt.