Es war einmal ein kleiner, schnuffeliger Welpe, der wurde von einem Hundezüchter mit all seinen Brüdern und Schwestern auf dem Markt der Tiere zum Kauf feilgeboten. Der Kleine war so herzig, so putzig, so süß und so zart anzusehen, dass der kleine Hund schon bald einen neuen Besitzer fand.

Jedoch wuchs der kleine Welpe schnell zu einem großen, breiten Rüden heran, sodass der Besitzer nach kurzer Zeit kein Interesse mehr an ihm hatte. Der Hund wurde ihm zur Last. Er wollte nicht bei jedem Wetter mit dem Hund vor die Tür gehen, geschweige denn so viel Geld für Futter oder einen Tierarzt bezahlen.

So ging er in einen tiefen, dunklen Wald und band den Hund an einen Baum, weit weg von Zuhause – und verließ ihn. Der Hund wartete geduldig, denn er vertraute seinem Herrchen. Er setzte sich brav auf den Boden. Er frierte, bibberte vor Hunger, wich aber nicht von der Stelle. Schon bald war der Hund zu schwach und legte sich in weiches Laub, welches ihm die Bäume rund herum herab warfen. Seine Augen fielen zu und ein langer, ruhiger Schlaf übermannte ihn.

Drei Tage später kam ein Schmied des Weges, der nach Brennholz suchte. Mit großen Augen entdeckte er den schon fast verhungerten Hund. Er schloss den Hund in seine Arme und brachte ihn in seine Werkstatt, wo er ihn fütterte, aufpäppelte und mit all seiner Liebe zu seinem neuen Weggefährten machte. Seitdem sind die beiden echte Seelenverwandte, die besten Freunde und weichen einander nicht von der Seite.

Und den gierigen Hundezüchter? Nun ja … den haben Barnie, der Schmied und Bones, der Hund eines Tages besucht … er ward nie mehr gesehen …

Denk’ bitte immer daran: in jedem Lebewesen pocht ein Herz, ob groß, ob klein, verspürt es Schmerz. Drum’ hilf, wenn Du es kannst, befrei’ das Tier von seiner Angst. Sei stark und mutig wie ein Ritter, zerschlag den Pein und auch das Gitter. Das Tier, es wird treu mit Dir gehn’ und stets an Deiner Seite stehn’.

Seelenverwandter

Jetzt sitz ich hier, vergessen und verloren,
aus Gitterstäben zur Verzweiflung geboren,
kalter Zement, grauer Stein,
verlassen, verwirrt und so allein.

War nichts mehr wert, ein Klotz am Bein,
du setzt mich aus, ich versinke in Pein,
endlose Tränen, zerrinnen im Regen,
bist mich nun los, für dich ein Segen.

Doch ich bin stark, mit stolzem Herz,
entzünde der Hoffnung letzter Kerz,
erlöst und frei von Kummer,
versunken tief in warmer Freude Schlummer.

Das Fell zerzaust, meist auch verlaust,
war nie genug, hast mich verflucht,
ich wollt’ nur bei dir sein,
dein Herz erfüll’n mit Sonnenschein.

Hast mich geschlagen und geschunden,
die Liebe für mich überwunden,
hast mich geliebt, um mich zu hassen,
sah unsere Liebe schnell verblassen.

Doch ich bin stark, mit stolzem Herz,
entzünde der Hoffnung letzte Kerz,
erlöst und frei von Kummer,
versunken tief in warmer Freude Schlummer.

Blick tief in mich und du wirst sehen,
für dich, da würd’ ich über Grenzen gehen.
Die Seele wandert nur für dich,
war nie genug, lässt mich im Stich.
Was ist schon ein Versprechen,
geschworen, um es gleich zu brechen.

Nun warte ich auf den neuen Tag,
der für mich viel mehr zu sein vermag.
Ein neuer Freund, ein froher Schimmer,
geliebt, umarmt, ein Freund für immer.
Erlöst von all der Pein,
für immer dein, nie mehr allein.

Für immer dein … nie mehr allein.

Artist: Ursula Gerstbach
Piano: Maximilian Gerstbach
Orchestra Ensemble: Yudhistira Arianto

Lyrics: Hendrik Birke