Es war einmal eine kleine, fleißige Hummel, die sich in einen beschwingt-fröhlichen Zitronenbaum verliebte. Ihre Umgebung schimpfte, denn sie passten doch gar nicht zusammen.

Sie war süß, er war sauer. Sie konnte fliegen, er stand immerfort am gleichen Fleck. Sie hatte schwarz-güldne Streifen, er hatte ein braunes Gewand mit grünen Blättern und quietsch-gelben Früchten. Sie war winzig, er war riesig. Sie summte, er brummte.

Ihre Liebe zueinander war jedoch so tief, dass sie alle Widersprüche ihrer Umwelt in den Wind schlugen. Denn eins hatten die beiden gemeinsam: ein sehr großes Herz, welches füreinander schlug. Sie beschützten sich gegenseitig. Die Hummel vertrieb böse Langfinger, die Zitronen stibitzen wollten. Sie verteilte den Blütenstaub des Zitronenbaumes in alle Winde, sodass noch viele andere Zitronenbäume wachsen konnten. Er hingegen nahm sie bei Regen oder Sturm in seine starken Arme, erzählte ihr vor dem Schlafengehen wunderschöne Geschichten und schuf der süßen Hummel in seiner Rinde ein kleines Zuhause, wo eine neue Hummelfamilie heranwachsen konnte. So lebten die beiden fortan glücklich und zufrieden.

… und wenn sie nicht gestorben sind, dann summen und brummen sie noch heute.

Die Hummel und der Zitronenbaum

Lass mich dein Honigflügler sein,
im Höhenflug für immer dein.
Liebestrunken voller Glück,
Herz an Herz, Stück für Stück.

Ich liebe dich, berühre dich,
verlier den Verstand, siehst du mich?
Liebestrunken, abgehoben,
versink in honigsüßen Liebeswogen.

Bist meiner Wonne Gleichgewicht,
bist du nicht hier, verlier ich mich.
Ich möcht’ für immer bei dir sein,
für dich ertrag ich allergrößten Pein.

Lass mich dein Honigflügler sein,
im Höhenflug für immer dein.
Liebestrunken voller Glück,
Herz an Herz, Stück für Stück.

Mein Herz den Schlüssel für dich trägt,
im Takt der Liebe für dich schlägt.
Möcht halten dich, dein Glückskeks sein,
zerbrechlich sanft, doch immer dein.

Auf Wolken tanzen wir der Erde fern,
geliebtes Wesen, bist mein Stern.
Lässt meine Seele leuchten, bringst mich nach Haus,
liebst mich zum Mond und weit hinaus.

Lass mich dein Honigflügler sein,
im Höhenflug für immer dein.
Liebestrunken voller Glück,
Herz an Herz, Stück für Stück.

Auf Schwingen zarter Sommerbrise,
trägst mich hinfort zur Blumenwiese.
Verschlingst mein Herz mit Haut und Haar,
wir sind uns fern und doch so nah.

Du bist für mich des Sehnsucht Qual,
doch hältst du mich, ist es egal.
Den schmalen Grat sind wir gegangen,
für immer eins, einander gefangen.

Keiner kennt uns,
keiner weiß wie wir uns sehen,
wir sind zwei Seelensterne,
die im Wind der Liebe verwehen.
Halt mich fest, beschütze mich, mit deinem starken Arm,
mein Feuer brennt für dich, hält dich im Eissturm warm.

Lass mich dein Honigflügler sein,
im Höhenflug für immer dein.
Liebestrunken voller Glück,
Herz an Herz, Stück für Stück.